Donnerstag, 13. August 2009

Chapter VI: One night in Bali (again)

where the heroine of the story witnesses a boy and a girl comparing nipples, gets an offer to buy happy pills and wonders about the Indonesian way of advertising





In Bali, genauer gesagt irgendwo in der Gegend von Kuta, gibt es eine Strasse. Auf der strasse gibt es viele viele clubs. und genau dorthin wollte roemer, um auszugehen. unser abend hat wundervoll begonnen im hard rock cafe (same same not at all different), und danach haben wir uns von Jurians eltern getrennt und haben den roemer begleitet bei seinen ausgeh-versuchen. soweit so gut. nur: die karte von kuta und umgebung, die uns das hotel gegeben hat, war so komplett ausserhalb von irgendwelchen proportionen, dass wir mal begeistert 100km in die falsche richtung gegangen sind. und nachdem wir den lokalen jugendlichen beim ausgehen zugeschaut haben (man versammelt sich vor dem nächsten minimarkt, 24 stunden offen, und trinkt an den holztischen, die davor stehen: für uns österreicher nicht so neu, bei uns heisst das dann einfach biergarten), ist uns irgendwann aufgefallen, dass wir offensichtlich nicht in die richtung des ausgehzentrums gehen, sondern in die entgegengesetzte. daraufhin sind wir alles wieder zurückgelatscht, aber die halbe stunde, die wir wegwaren scheint genau die halbe stunde vor der sperrzeit gewesen zu sein. darum haben wir uns richtung hotel aufgemacht, und versucht noch ein letztes offenes lokal zu finden, da die stadt komplett ausgestorben war auf einmal.


beim letzten cafe das noch offen war, haben wir den kellner gefragt, warum wir die angeblich so grossartigen clubs nicht gefunden haben. abgesehen davon, dass wir dem kellner noch unsere ganze lebensgeschichte erzählen mussten, weil ihm so fad war (es war ausser uns noch eine gruppe von 4 mittelalterlichen männern da, und 7 kellner), hat er uns freundlich darauf hingewiesen, dass unsere karte vielleicht besser als toilettenpapier zu gebrauchen wäre, aber sicher nicht als karte. wir haben uns von ihm überzeugen lassen, und sind dann mit dem taxi dorthin gefahren, wo angeblich die clubs waren.


und da waren sie auch.


links ein lokal, das reggae spielt, rechts eines mit trance musik, dazwischen standen wir, und glaubt mit, die musik mischt sich nicht gut. man musste jedenfalls nirgendwo hineingehen, weil die musik ohnehin viel zu laut war.


gut, haben wir uns gedacht, wenn wir schon hier sind, besuchen wir einen club ganz in schwarz gehalten, so ein versuch von "bitte bitte, ich will unbedingt chique aussehen" und einen der das genaue gegenteil ist: Surfers paradise - no dresscode! no shoes! no t-shirts! no problem!


im schwarzen club haben sehr spärlich bekleidete junge frauen ihren beglitzerten hintern zu irgendwelcher bum-bum-musik geschüttelt, manchmal warens mehr, manchmal weniger, und das publikum saß gebannt (männer) oder gelangweilt/erschrocken (frauen) herum. neben uns hat ein beinahe weißhaariger mit-vierziger mit einer hübschen, ca 25jährigen indonesierin verhandelt, was er gerne an leistungen für sein geld hätte, und was sie bereit wäre zu tun und wo.
im surfers paradise war die situation, sagen wir mal, weniger verhalten. komplett bescheuerte australier mit blonden dreadlocks sind herumgehüpft zu irgendeiner give it to me baby musik, hände in der luft zu irgendeinem anderen song und prinzipiell euphorisches herumhüpfen hat diesen club geprägt. ich, mutig wie ich bin, versuche den weg zur toilette zu finden. auf dem weg zur toilette haben sich einige bilder in mein hirn gegraben, die ich leider in meinem leben nicht mehr loswerde... zum beispiel standen da ein australier (denk ich halt) und eine indonesierin, mit hochgezogenen t-shirts (obwohl ich nicht weiss, ob das ihrerseits auch ein t-shirt war, in ermangelung an genug stoff), um ihre brustwarzen zu vergleichen. (...) etwas weiter kam ich einem pärchen entgegen, die gerade dabei waren, dinge zu tun, die normalerweise hinter geschlossenen türen passieren. auf der toilette standen ein paar indonesierinen um sich zu schminken (aka weisse farbe in ihr gesicht zu schmieren), wobei sie auch gleich noch preise verglichen und sich - zumindest sah es so aus - über ihre "klienten" austauschten.
am rückweg haben ein paar besoffene nationalitätenträger versucht, kontakt mit meinem hintern aufzunehmen, was ich charmant ignoriert habe.
nachdem wir unser geld auch nicht bei den happy pill verkäufern lassen wollten, sind wir begeistert dreimal die strasse auf und ab gegangen, einfach nur der grossartigen atmosphäre wegen, bis mir dann einer die wunderdroge "iwannaiwannaiwanna" angeboten hat, die sich aber als marijuana entpuppt hat. auch dieses angebot mussten wir leider ausschlagen (die strasse für sich war schon nicht auszuhalten).
und so endete unser letzter abend in bali mit sehr wenig schlaf, ausgesprochener taubheit und ohne happy pills um 7uhr früh am flughafen in unserem flug nach disneyland, äh, singapur.

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