Dienstag, 22. September 2009

kathmandu

SAARC regional civil society consultation of the UN special rapporteur on the right to everyone to the highest attainable standard of physical and mental health; oder kurz: right to health meeting.

donnerstag frueh (sehr frueh!! wir waren in 20min am flughafen, so frueh!) gings nach kathmandu - mit kurzem zwischenstopp in delhi. in kathmandu am flughafen mussten wir foreigners ewig in der schlange zum visum stehen, und nach dem zahlen gleich nochmal, fuers tatsaechliche visums ausstellen. eine gruppe mexikaner/spanier hat sich gleich extrem uncharmant vorgedraengt, weil sie offensichtlich aufgrund der laenge der schlange nicht kapiert haben, dass wir alle anstehen. war ja auch nicht so klar.... manche leute stehen einfach gerne in schlangen.

am weg zum hotel haben wir qasim kennengelernt, aus islamabad in pakistan. er ist bei einer HIV+ und MSM (Men having sex with men) NGO dabei, und selbst auch HIV+. jedenfalls waren wir mit ihm dann am abend in der stadt, in thamel, das ist so die touristen location. Qasim hat geshoppt wie ein wahnsinniger, war ziemlich lustig. danach waren wir was essen und sind relativ fertig ins bed gefallen. freitag vormittag waren sunita, qasim und ich bei Baudha Stupa, das ist ein grosser buddhistischer tempel (foto folgt).
danach ist sunita ins hotel gefahren, letzte sachen regeln, und ich bin mit qasim noch durch die stadt gehirscht: er hat noch 20 weitere kashmirschals und was weiss ich gekauft, und ich bin ihm hinter her getrottet (in bombay ist das einkaufen viel billiger, vor allem wenn ich mit meiner hostfrau unterwegs bin - sie schreit die leute immer an, dass sie ja nur den doppelten preis sagen, weil ich weiss bin - und dann sind die immer so eingeschuechtert, dass sie mir alles ur billig geben.).
am nachmittag um 4 begonn dann das einschreiben, 55 teilnehmer waren da aus pakistan, afghanistan, den malediven, sri lanka, bangladesh, nepal, bhutan und indien (die SAARC laender also).
leider war das flugzeug, indem 25 der teilnehmer sassen, so viel zu spaet, dass wir den beginn der konferenz gleich mal eine stunde nach hinten verschieben mussten. in der ersten session hat anand (mein boss) erklaert, was ein Special rapporteur eigentlich ist, wie die leute ihn "verwenden" koennen, naemlich indem sie individual claims einreichen, und wofuer er sonst noch gut ist.
am abend habe ich dann mal networking betrieben und bin von tisch zu tisch gegangen um herauszufinden, wer die spannendsten sachen macht.
die teilnehmer kamen von den verschiedensten organisationen, und waren entweder Human rights activists oder anwaelte, ein paar auch in trade unions und so. hauptsaechlich aber activists. das ist extrem spannend, ihnen zu zuhoeren, aber ich hab doch fuer mich beschlossen, dass ich schon zuviel recht studiert habe, um mit den leuten ueber ihre persoenlichen geschichten 5 minuten zu heulen. die meisten activists sind aktiv, weil sie entweder selbst betroffen sind, oder jemand, der ihnen nahe steht.
nach dem abendessen haben sunita und ich mit unserem facilitator (der das meeting leitet) reden muessen, weil er ueberhaupt keine fuehrungspersoenlichkeit ist, und immer das ganze publikum fragt, ob 20 minuten kaffeepause eh in ordnung ist. das ist etwas muehsam gewesen, und deshalb habe ich mich nachher zu qasim und salman (auch aus pakistan, bei einer anderen NGO) und shakil akter (bangladesh) gesetzt und getratscht. tratschen bei solchen meetings heisst in wirklichkeit heiss diskutieren ueber fragen wie: soll auf den paessen von transgender personen "transgender" stehen oder maennlich oder weiblich, je nachdem womit sich diese person identifiziert?
am samstag begonn unser tag mit der women and health incl maternal health session. danach kam sexual and reproductive health and rights, und danach HIV and AIDS. nach der session habe ich mich mit qasim abgesetzt, weil ich zum affentempel und kopieren wollte und er shoppen. nachdem die copyshops zu hatten, weil feiertag war, habe ich den affentempel auch aufgegeben und bin mit qasim mit. ich habe eine northface tasche erstanden (die rollen von meinem koffer sind abgebrochen am hinweg), und er praktisch den inhalt. ich habe ihm letztendlich meinen kaputten koffer gegeben, weil er seine sachen nicht mehr in seine tasche stopfen konnte :)

am abend sind wir dann zu einem anderen restaurant gefahren, und haben uns kulturell betaetigt: eine tanzgruppe hat uns nepalesische taenze gezeigt. waehrenddessen ist anand mit einem nepalesischen teilnehmer zum naechsten alkoholshop gefahren und hat alkohol fuer die gruppe gekauft. Man darf naemlich offensichtlich in Nepal seinen eigenen alkohol ins restaurant mitnehmen, und die ober schenken ihn dann fuer die gruppe aus. das fand ich irgendwie steil :) in der haelfte der tanzvorfuehrung ist dann einer herumgelaufen in einem pfauenkostuem, das aber mehr ausgeschaut hat, wie ein alter besen. hat jedenfalls alle unheimlich amuesiert!
eine gruppe von leuten wollte nachher unbedingt in die shakira dance bar, nur wollte der bus da nicht halten (was ich aufgrund des namens jetzt nicht so schlimm fand). nachdem es in kathmandu am abend angenehm ist zum draussen sitzen, hat sich eine gruppe von leuten dann einfach draussen versammelt, so auch ich. ich habe mit anand diskutiert, warum er das legalisieren von drogen gut findet, und ueberhaupt kein (legal) argument dafuer bekommen, was darin resultiert hat, dass sein imaginary heiligenschein ein bisschen an glanz verloren hat. danach habe ich mir die tragische geschichte von einer teilnehmerin, rukmini, angehoert, deren tochter einen nervenzusammenbruch hatte. rukmini wusste vorher nicht, dass es mental illnesses gibt, und hat ueber ein jahr versucht, die depressionen ihrer tochter mit yoga und musik hoeren vor dem einschlafen zu kurieren.
nachdem ich am samstag zwischen den sessions beschaeftigt war, die refunds zu organisieren (55 teilnehmer geben ihre taxirechnungen in 6 verschiedenen waehrungen ab - es war grossartig!), habe ich extrem viel kaffee getrunken, was darin resultiert hat, dass ich von samstag auf sonntag beinahe nicht geschlafen habe.
dementsprechend muede war ich am sonntag, und habe deswegen bei der disabilities session nicht wirklich gut aufgepasst. bei children and newborn health war ich wieder bei meinen refunds, tuberculosis habe ich verschlafen (nachmittagsschlaefchen :) ) und bei occupational and migrant health bin ich ausgezuckt, weil wir nicht genug cash fuer alle refunds dabei hatten. die letzte session, internal displacement, conflict, post conflict, disaster and health habe ich dann mit sunita beim loesen unserer refund probleme verbracht.
die letzte stunde unserer konferenz war fuer conclusions and next steps reserviert. Nacheinander sind die teilnehmer aufgestanden und haben Anand gesagt, was sie wollen, dass in ihren laendern bez right to health passiert. Am abend war das abendessen beim swimming pool, und ich sass mit qasim, salman und nigel an einem tisch. Sie haben mich aufgeklaert ueber die beste art, sich seine brusthaare zu rasieren (waxing would be too painful, I’m a monkey) und sonstige wichtige dinge im leben.
Montag frueh hatten wir noch einige emergencies weil manche leute ihre hotelrechnung nicht beglichen haben, und dann sind wir wieder abgereist. Nachdem die ganze konferenz nicht so business-like war, wie man das von anderen konferenzen erwartet (in wien habe ich da ganz andere erfahrungen gemacht), haben sich alle umarmt. Ausserdem war Id, das ende von Ramadan, und deswegen haben sich sowieso alle umarmt und sich eid Mubarak gewuenscht. Am flughafen haben wir dann natuerlich die falsche schlange genommen und ewig lange aufs einchecken warten muessen (murphy’s law…), und dann bei der ausreise haben sie fuer foreigners nur 2 counters geoeffnet, was darin resultiert hat, das wir in der affenhitze sicher eine stunde in der reihe gestanden sind. Dabei wollten wir doch nur ausreisen!! Nachdem wir unseren fuenften security check hinter uns gebracht hatten, mussten wire wig auf den bus zum flugzeug warten, und dann wurden wir direkt auf dem rollfeld vor dem flugzeug nochmal kontrolliert. Sie hatten dort so eine art zelt vor dem flugzeug aufgestellt, in dem sie nochmal alle handtaschen gefilzt haben. Das war extrem muehsam, und wurde nur noch dadurch getoppt, dass wir ca eine stunde im flugzeug warten mussten, dass wir endlich aus Kathmandu abfliegen durften.
In delhi haben wir dann unser gepaeck geholt (durchchecken ist nicht) und sind vom international terminal zum domestic. Jedenfalls wollten wir das mit dem gratis transfer machen, nur der naechste waere erst in einer stunde gegangen (und die ganzen busse, die draussen herumstanden, konnten nicht fahren, weil….). deswegen haben wir uns mit einem inder zusammengetan, der auch zum domestic terminal musste (der ist ca 25 min mit dem auto entfernt). Der war ganz nett, und wollte im taxi rauchen. Das ist per se ja in ordnung, nur geht es einfach nicht, wenn sie einem vor dem fliegen alles an zuendhoelzern und feuerzeugen wegnehmen, was nur geht. Der taxifahrer hatte auch keine zuendhoelzer, und deswegen sind wir mal losgefahren, und ab und zu hat der typ jemandem am strassenrand zugerufen, ob sie vielleicht matches haben. Ein auto, das neben uns gefahren ist, hatte dann zuendhoelzer, und wir sind auf der autobahn kurz nebeneinander hergefahren, damit der fahrer unserem typen die streichholzschachtel rueber geben konnte. Incredible india!
Jedenfalls, der langen geschichte kurzer sinn, wir sind im endeffekt mehr als 12 stunden unterwegs gewesen, und waren unheimlich froh, endlich wieder in Bombay angekommen zu sein. Unsere stimmung aufgeheitert hat dann noch ein schild am heimweg: “Addicted to honking? Treat yourself and get well soon!”

1 Kommentar:

  1. Stell ich mir recht lustig vor on-the-fly Zünder während des Autofahrens auszutauschen ^^

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